Hundefriseur für Angsthunde

Kennst du das? Du stehst mit deinem Hund vor der Salontür und weißt vorher, was gleich passiert. Er macht sich klein, die Ohren gehen nach hinten.

Vielleicht war der letzte Termin schlimm. Vielleicht hat dir danach jemand gesagt, dein Hund müsse da eben durch. Muss er nicht.

Bei uns in Oberhausen bestimmt dein Hund das Tempo. Er darf ankommen, gucken, schnüffeln, bevor irgendetwas angefasst wird. Und wenn er heute nicht mehr kann, hören wir auf und machen beim nächsten Mal weiter.

Hundefriseur für Angsthunde in Oberhausen: ein Hund kommt an und schnuppert sich in Ruhe ein

Warum dein Hund Angst hat

Fellpflege ist für einen Hund erst einmal eine merkwürdige Sache. Ein fremder Mensch fasst ihn überall an, hält ihn fest, macht Lärm mit einem Gerät, das warme Luft bläst. Dazu ein Tisch, auf dem er nicht weg kann.

Angst kommt dabei selten aus dem Nichts. Meistens ist irgendwann etwas passiert, und fast immer, ohne dass es jemand so wollte.

Vielleicht wurde das Anfassen zu Hause nie in Ruhe geübt, weil niemand gesagt hat, wie früh man damit anfangen sollte. Vielleicht ist beim Bürsten öfter mal etwas gezogen worden, weil sich schon Knoten gebildet hatten. Vielleicht war ein Termin unangenehm, weil es schnell gehen musste. Und manchmal war es einfach zu spät, weil das Fell schon so verfilzt war, dass es nicht mehr schmerzfrei ging.

Wir sagen das nicht, um jemandem einen Vorwurf zu machen. Wir sagen es, weil es die gute Nachricht ist: Angst ist gelernt. Und was gelernt wurde, kann dein Hund auch wieder anders lernen.

Es lohnt sich dabei, drei Sachen auseinanderzuhalten, weil sie unterschiedlich behandelt werden wollen:

  • Unsicherheit. Der Hund weiß nicht, was kommt, und schaut erst mal.
  • Angst. Der Hund weiß, was kommt, und will da nicht hin.
  • Überforderung. Der Hund kann noch, will aber nicht mehr.

Natalie ist ausgebildete Hundefriseurin und Hundetrainerin. Das ist der Grund, warum wir nicht nur Fell sehen, sondern auch, was der Hund gerade macht.

So läuft ein Termin bei uns ab

1. Ankommen

Dein Hund darf erst einmal gucken, schnüffeln und in Ruhe ankommen. Nichts wird angefasst, solange er das nicht will.

2. Besprechen

Du erzählst uns, was wichtig ist. Was beim letzten Mal passiert ist, wovor er sich fürchtet, was er gar nicht mag. Du gehst erst, wenn du ein gutes Gefühl hast.

3. Fellpflege

Wir arbeiten allein mit deinem Hund. Die meisten Hunde können sich ohne ihre Bezugsperson leichter auf uns einlassen und kommen schneller zur Ruhe. Wenn es passt, machen wir zwischendurch ein kurzes Video für dich.

4. Abholen

Wir sagen dir, wie es gelaufen ist, was gut ging und woran wir beim nächsten Mal weiterarbeiten.

Ängstlicher Hund erkundet den Hundesalon in Oberhausen in seinem eigenen Tempo

Was bei uns nicht passiert

Wir halten deinen Hund nicht fest, bis es vorbei ist. Wir arbeiten nicht gegen die Uhr. Und wir machen nicht weiter, wenn er uns zeigt, dass er nicht mehr kann.

Manchmal heißt das: Heute geht es nicht. Das ist kein Scheitern. Dein Hund lernt dabei, dass er hier aufhören darf, und beim nächsten Mal kommt ihr ein Stück weiter.

Ruhige Hände liegen auf einem entspannten Hund, ohne ihn festzuhalten

Wie sich das auf den Preis auswirkt

Wir nehmen uns gern mehr Zeit für einen ängstlichen Hund. Sag uns vorher Bescheid, dann planen wir sie von vornherein ein. Das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite, denn Zeit, die nicht eingeplant ist, haben wir im laufenden Tag leider nicht.

Diese zusätzliche Zeit fließt in den Preis ein, genau wie Größe, Fellzustand und Pflegeintervall das tun. In unserer Preisliste steht das Verhalten deshalb ausdrücklich mit dabei.

Und wenn ein Termin doch einmal früher endet, weil dein Hund an dem Tag nicht mehr kann, dann berücksichtigen wir die Zeit, die er schon bei uns war. Vergeblich war sie nämlich nicht: Für deinen Hund war genau das ein Schritt nach vorn.

Wir sagen das hier so offen, weil wir es lieber vorher besprechen als hinterher. Wer mit einem Angstproblem zu einer Hundetrainerin geht, bezahlt dort ebenfalls die Stunde. Bei uns versuchen wir gleichzeitig auch noch, den Hund zu pflegen 😉

Wie viel Zeit dein Hund wirklich braucht, sehen wir allerdings erst, wenn er vor uns steht. Deshalb nehmen wir uns vor jedem Termin Zeit für dich, schauen ihn uns in Ruhe an, und während der Pflege zeigt sich dann, wie weit wir an dem Tag kommen.

Und wenn du uns vorher in Ruhe kennenlernen möchtest: Wir bieten Kennenlerngespräche an, die du jederzeit buchen kannst. Ihr lernt uns kennen, wir lernen deinen Hund kennen, und danach wisst ihr, worauf ihr euch einlasst.

Wenn dein Hund schnappt

Das kommt vor, und wir reden nicht drumherum. Ein Hund, der schnappt, ist meistens ein Hund, der keinen anderen Ausweg mehr sieht.

Sag es uns vorher. Wirklich. Es ist nichts, wofür du dich schämen musst, und es ändert nur, wie wir den Termin planen. Was wir nicht gebrauchen können, ist die Überraschung.

Ein Hund kündigt so gut wie immer an, dass es ihm zu viel wird. Woran wir das merken, lässt sich schlecht in eine Liste packen. Es ist jedes Mal eine Entscheidung für genau diesen Hund in genau diesem Moment, und dafür braucht es Erfahrung und Ruhe im Raum. Beides bringen wir mit.

Wo unsere Grenze ist

Wir probieren viel. Aber es gibt einen Punkt, an dem wir aufhören, und den nennen wir dir lieber offen, als dich später zu enttäuschen.

Diese Grenze liegt da, wo unsere eigene Sicherheit anfängt. Wenn ein Hund so viel Panik oder so viel Abwehr zeigt, dass ernsthaft etwas passieren kann. Wenn er zu groß und zu stark ist, um ihn sicher zu führen. Oder wenn ihm kein Maulkorb angelegt werden kann, der wirklich sitzt.

Auch dann lassen wir dich nicht einfach stehen. Wir besprechen mit dir, was der nächste sinnvolle Schritt ist, und der heißt oft: erst ein Stück Training, dann Fellpflege. Manchmal ist das der schnellere Weg, auch wenn er sich im ersten Moment nach Umweg anfühlt.

Hund macht eine Pause auf dem Kissen im Hundesalon RundumFellFit in Oberhausen

Was du vor dem Termin tun kannst

  • Sag uns Bescheid, dass dein Hund Angst hat, am besten schon bei der Buchung.
  • Übe zu Hause das Anfassen, Pfötchen, Ohren, Rute, in kurzen Einheiten und mit guter Laune.
  • Nimm ihm die Angst nicht ab. Wenn du selbst angespannt bist, merkt er das sofort.
  • Komm nicht direkt vom Spaziergang mit voller Blase. Kurz lösen lassen, dann rein.
  • Plane keinen Stresstag drumherum. Kein Tierarzt am selben Tag, kein Umzug, kein Besuch.
  • Und lass das Fell nicht verfilzen. Ein Hund mit Knoten hat bei der Pflege Schmerzen, und Schmerzen machen aus Unsicherheit schnell Angst.

Warum eine Filzschur manchmal die einzige Lösung ist
Die richtige Bürste für dein Hundefell

Beruhigungsmittel: bitte mit dem Tierarzt

Dazu werden wir oft gefragt, und die ehrliche Antwort ist: Das ist nichts, wozu wir dir raten können. Beruhigungsmittel gehören in die Hand einer Tierärztin oder eines Tierarztes.

Wenn du darüber nachdenkst, sprich vorher mit deiner Praxis. Und sag uns Bescheid, wenn dein Hund etwas bekommen hat, damit wir sein Verhalten richtig einschätzen.

Das sagen Halter, die genau damit zu uns kamen

Da wir in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht haben (er zitterte vor Angst bei Abholung), empfand ich die Gespräche als sehr positiv. Zu Beginn durfte unser Hund dort alles beschnuppern und sich absolut frei bewegen. Erst als ich ein gutes Gefühl hatte und bereit war, ihn vor Ort zu lassen, ließ sie uns gehen. Anderthalb Stunden später durften wir ihn abholen und er hat überhaupt nicht gezittert.

Meine Kleine war ein sehr schwieriger Fall. Sie hat sich sehr viel Zeit für sie genommen, war sehr einfühlsam und verständnisvoll. Wir kommen jetzt regelmäßig und ich lasse keinen anderen mehr an meine Tiere.

Häufige Fragen

Zuerst herausfinden, woran es liegt. Oft ist es nicht die Schere, sondern das Festhalten, das Geräusch oder der Tisch. Wir fangen bei dem Teil an, der geht, und arbeiten uns vor. Manchmal braucht es dafür mehrere Termine.

Vorhersehbarkeit. Ein Hund entspannt sich, wenn er merkt, dass nichts Überraschendes passiert und dass er aufhören darf. Deshalb ist der erste Termin bei uns oft kürzer als der zweite.

Bei vielen wird es deutlich besser, bei manchen bleibt ein Rest. Wir versprechen dir keinen entspannten Hund, wir versprechen dir, dass wir ihn nicht schlimmer machen.

Nein, und das hat einen Grund. Die meisten Hunde können sich ohne ihre Bezugsperson leichter auf uns einlassen. Vorher nehmen wir uns so viel Zeit für dich, wie du brauchst.

Länger als bei einem entspannten. Wie viel länger, sagen wir dir nach dem ersten Mal ehrlich, denn vorher wissen wir es selbst nicht.

Zum Schluss

Entspannter Hund nach der Fellpflege im Hundesalon RundumFellFit in Oberhausen

Wenn du bis hierher gelesen hast, hat dein Hund vermutlich schon einiges hinter sich. Und du auch.

Du musst nicht gleich einen ganzen Pflegetermin buchen. Komm erst einmal zum Kennenlerngespräch, dann schauen wir uns deinen Hund gemeinsam an und überlegen in Ruhe, wie ein erster Termin aussehen könnte.

Geschrieben von Natalie Hitschler, Hundefriseurin und Hundetrainerin, RundumFellFit in Oberhausen.